Sonntag, 28. Mai 2017

Romancewoche: Autoren-Interview mit Jo Berger




Was lässt sich nach dem Lesen eines guten Buches nicht vermeiden?

Richtig, die Fragen, die dem Leser im Kopf herumschwirren.

Deshalb freuen wir (dass heißt: die Mädels von Wurm sucht Buch, Bookswelt of Love und ich) uns umso mehr, die Chance zu haben, Jo Berger zu ihrem Roman „Himmelreich mit Herzklopfen" ausfragen zu dürfen.

Denn, so viel können wir verraten, Jo Bergers Roman ist so viel mehr als nur ein Roman mit Happy End...





1. Würdest du dich bitte kurz für die Leser vorstellen? (Name, Alter, Wohnort, Job, Hobbys)

Sehr gerne :) Ich bin Jo Berger, und über mein Alter gibt es nur so viel zu sagen: Eine Frau ist allerhöchstens Fünfunddreißig - und das mehrere Jahre lang. Ich wohne in der Metropolregion Rhein-Neckar am Rande des Odenwaldes, in einem Reihenhäuschen mit kleinem Garten, der im Sommer mein Büro ist. Ich gärtnere für mein Leben gern und liebe es, auf Palmen und Blumenmeere zu sehen.

Mein Job: Schreiben. Ich kann das tun, an dem mein Herz hängt. Das ist wunderbar und ich genieße es jeden Tag.

Hobbys: Lesen, ein bisschen Sport wie Walken, Joggen und Schwimmen, Cabrio fahren (Nur bei schönem Wetter und mit voll aufgedrehter Musik), Lesen, mit meiner Freundin shoppen gehen und stundenlang quatschen, Lesen, heiße Schaumbäder mit Melissenduft und dabei ein Hörbuch hören. Schreiben, klar oder? Ach ja, und Baumärkte. Ich liebe es, Dinge zu verschönern, Wände anzumalen und den Garten zu gestalten. Und Lesen, sagte ich das schon?



2. Ist Jo Berger ein Pseudonym? Wenn ja, warum hast du dieses ausgewählt?

Ja, ich arbeite unter einem Pseudonym, da ich finde, dass mein Realname ziemlich langweilig und zudem viel zu lang ist. Das Pseudonym wurde eher überraschend gefunden, es rutschte meinem Mann heraus, als ich mich im äußerst unbefriedigenden Prozess der Pseudonymfindung befand, und er mich am dritten Tag fragte: »Jo, Berger … So schwer kann das doch nicht sein?« Ich fühlte mich spontan erlöst und musste grinsen. Jo Berger war geboren. Das Pseudonym setzt sich zusammen aus einem Teil meines Mädchennamens und dem »Jo«, ein in unserer Gegend oft verwendeter Ausdruck.




3. Wie bist du auf das Schreiben gekommen?

Es begann mit Kolumnen aus dem Frauenalltag für eine lokale Zeitung. Der Chefredakteur brachte mich auf den Gedanken, ein ganzes Buch zu schreiben, indem er sagte: »Schreib doch mal ein ganzes Buch.«

Tatsächlich spukte mir zu der Zeit eine Geschichte im Kopf herum. Und ich hatte nach mehr als siebzig kurzen Texten einfach Lust auf diese Story, die mehr Seiten brauchte als ein Kolumnentext.




4. Du schreibst vor allem romantische Komödien. Gibt es dafür einen bestimmten Grund?

Ich vermute, dieses Genre entspricht meinem Naturell. Amüsantes liegt mir, das Leben ist ernst genug. So wie ich mich in meiner Freizeit gerne mit interessanten und unterhaltsamen Menschen umgebe, so gerne möchte ich auch meine Leser unterhalten. Es sprudelt einfach aus mir heraus und macht Spaß. Lachen, Fühlen, Sehnen, Seufzen, Bangen und Schmunzeln. Und auch ein bisschen Selbstironie. So ist das Leben, so sind meine Romane.



5. Wie sieht dein nächstes Projekt aus? Und wann wird es erscheinen?

Zurzeit schreibe ich an dem zweiten Band der Elisa-Reihe - ein Herzprojekt. Als ich in 2015 den ersten Band schrieb, dachte ich noch nicht daran, dass es mit der tollpatschigen Engelin Elisa, die Liebende zusammenbringt, weitergehen würde. Doch meine Leser - und ich ebenfalls - haben sie so sehr ins Herz geschlossen, dass sie dieses Jahr einen weiteren Auftrag erhält. Wenn alles nach Plan läuft, sollte der Roman im Juli oder August 2017 erscheinen.



6. Würdest du mal ein anderes Genre schreiben, wenn ja welches?

Momentan reizen mich Krimis, genauer: Krimikomödien. So völlig ohne Humor zu schreiben kann ich mir im Augenblick nicht vorstellen. Eine Krimikomödie habe ich dieses Jahr veröffentlicht. Wer weiß, vielleicht schreibe ich in naher Zukunft noch mehr in diesem Genre, obwohl es ja nicht etwas völlig Anderes ist, denn ein bisschen Liebe muss bei mir einfach dabei sein. Die fehlt im wahren Leben ja auch nicht.



7. Mit wem würdest du gerne mal ein Buch schreiben? Und warum?

Ganz spontan … mit Jürgen von der Lippe, Tommy Jaud, aber auch wahnsinnig gerne mit Andreas Eschbach (fragt mich nicht warum. Ich liebe seine Bücher und schätze ihn als Autor und als Mensch). Kerstin Gier wäre auch fantastisch, oder Ingrid Noll (sie wohnt in meiner Nähe und ist superlieb - wir haben den gleichen Humor). Nicht zu vergessen Micky Beisenherz, ich liebe seine Kolumnen.



8. Wie sieht dein Arbeitsplatz aus?

Chaotisch! Meine Wände sind voll von angepinnten Ideen, kurzen Notizen und Dingen, die wichtig sind. Nur auf meinem Schreibtisch selbst herrscht Ordnung. Notizen zum aktuellen Buch, Kaffeetasse, Tastatur, Maus. Und eine Schreibtischlampe. Ich überlege, die Wände in einem knalligen Apfelgrün zu streichen. Noch sind sie weiß, das ist mir irgendwie zu kühl.



9. Was brauchst du unbedingt beim Schreiben? Musik? Schokolade?

Kaffee! Jede Menge. Schokolade verkneife ich mir (manchmal), aber ich schreibe gerne mit Musik, passend zur jeweiligen Szene.



10. Plottest du deine Bücher oder schreibst du einfach drauf los?

Ich plotte., ich male, arbeite mit bunten Zettelchen und einem Zeitstrahl. Meine Figuren bekommen Lebensläufe, Macken und beste Freunde. Erst, wenn ich mich selbst in einen Charakter hineinversetzen kann und weiß, wohin er sich entwickelt, kann ich ihn schreiben.



11. Wer kam auf die Idee von Amors Five und die Himmelreich-Reihe?

Ursprünglich wurde Amors Five in 2015 von Emma Wagner ins Leben gerufen, sie schrieb in 2015 auch den ersten Band der 1. Staffel. Emma hatte mich mit dieser Idee sofort begeistert - seitdem komme ich von Himmelreich nicht mehr los.



12. Was gab den entscheidenden Ausschlag für die 2. Staffel der „Amors“?

Wird es auch eine 3. Staffel geben?


Die Leser. Okay, und ein Teil von jetzt „Amors Four“ ebenfalls. Wir bekamen viele Anfragen und Bitten, doch bitte eine zweite Staffel ins Leben zu rufen. Ehrlich gesagt, auch wir Autorinnen haben uns nie wirklich von dem Dörfchen und seinen skurrilen Bewohner lösen können. Himmelreich konnte ja nicht einfach so aufhören. Was wird aus Gertruds Halspastillen, und wem schenkt Gertrud ihr Herz? Bleibt Jupp ein trauriger Single, und was wird mit dem Bürgermeister und seinem Bemühen, dem Ort Weltruhm zu verschaffen? Zumindest mir geht es so, dass ich mittlerweile in dem Städtchen ... Verzeihung, Dorf … wohne. Himmelreich zu schreiben ist wie nach Hause kommen.

Eine dritte Staffel … Ja, das wäre zu schön. Warten wir es ab.



13. Wie stellst du dir deinen Traumort vor?

Mein Traumort ist dort, wo ich mit meinem Mann glücklich bin. Am liebsten auf irgendeiner Terrasse in der Sonne mit Blick auf das Meer, aber das ist nicht von Belang. Glücklich sein, zufrieden und gesund zusammen alt werden, und die Enkelkinder wachsen sehen - wenn ich das erreichen kann, bin ich an meinem Traumort auf dieser Welt.



14. Was sollten die Leser unbedingt noch von dir wissen?

Ich gebe zu, ich liebe Schokolade mehr als Sport, und der Zustand meiner Oberschenkel ist mir wichtiger als die aktuellste politische Debatte. Ich heule bei Liebesfilmen. Ich heule sogar bei der neuesten Werbung von - hab ich vergessen - als ein Kinderstimmchen sagt »Ich hab dich lieb, Mami.« (Meine Tochter ist bald volljährig! Und ich schwöre, sie hatte genauso ein süßes Piepstimmchen, als sie noch klein war.)

Ich verbringe viel zu viel Zeit in Baumärkten, oder damit, mit der Tasse Kaffee in der Hand irgendwo ins Leere zu blicken.

Ich bin ein sehr kommunikativer Mensch und finde es einerseits fantastisch, andererseits auch schade, dass so viel online geschieht. Deswegen freue ich mich auf die Frankfurter Buchmesse - meine einzige Messe im Jahr - wenn ich mit meinen Lesern endlich persönlich plaudern und mit ihnen eine Weile auf dem Autorensofa verbringen kann. Die meiste Zeit des Jahres plaudert man online – ohne Geruch und Mimik. So freue ich mich auf die Messe und darauf, endlich die Menschen hinter den Onlineprofilen kennenzulernen, oder liebe Gesichter - einschließlich meiner Autorenkollegen - wieder zu sehen. Es rührt mich zutiefst, wenn ich diese Begeisterung für meine Bücher persönlich miterleben darf. Das gibt einen unglaublichen Motivationsschub und zeigt mir, dass ich alles richtig mache.






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Quelle: Amazon.de




Dieses Interview findet ihr übrigens auch auf den folgenden Blogs:

1 Kommentar:

  1. Hallihallo :)
    Was für ein tolles Interview! Jo Berger ist wirklich eine sehr sympathische Autorin und scheint auch im wahren Leben vor Freude und Glück nur so überzusprudeln! Ich kenne schon ein Buch der Himmelreich-Reihe und das Zweite liegt startklar neben mir ;) Und ich freue mich schon sehr darauf, mich mit einem Kaffee an das Buch zu begeben! Vielen Dank nochmal für das tolle Interview!!! ♥ Ich hoffe, dass ich sie in diesem Jahr auch auf der FBM sehen werde!

    Liebe Grüße
    deine Nina

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